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Mein neuer E-Scooter von Segway

Kategoriebild: E-Scooter

Auch ich gehöre jetzt zu den Umwelt-Schweinchen, die mit Lithium-Batterien und Strom aus Niederaußem im Berufsverkehr die Autofahrer ausbremsen.

Kaufentscheidung

Alles zu meiner Kaufentscheidung

Modell

Entschieden habe ich mich schließlich für den Segway Europe B.V. MAX (Handelsbezeichnung: Segway Ninebot MAX G30D); dieser steht auf der vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) offiziell einsehbaren Liste der zugelassenen E-Scooter (s.u.). Bezahlt habe ich 799 Euro, wobei ich über eine Aktion 25 Euro Cashback erhalten habe. Auf einer Seite aus Österreich gab es den E-Scooter als Modell G30 sogar noch 100 Euro günstiger, jedoch kommt der G30 im Gegensatz zum G30D angeblich wohl ohne in Deutschland gültige Papiere (daher das Affix „D“).

Warum ich mich genau für dieses Moedell entschieden habe? Mich reizt am G30D die enorme Reichweite von angeblich 65 km; außerdem legen die (wenigen bis dato veröffentlichen) Kommentare von Käufern nahe, dass hier die Verarbeitung im Gegensatz zur 400 Euro-Klasse halbwegs vernünftig sein soll. Außerdem ist Segway ein bekannter Name mit Erfahrungen im Bereich von elektrischen Kleinfahrzeugen – die Hoffnung war, hier ein brauchbares Gerät zu erhalten.

Laut Beschreibung hat der Ninebot G30D außerdem ein eingebautes Ladegerät, sodass man wohl auch auf der Arbeit o.ä. den Scooter laden kann, ohne extra ein Ladegerät im losen Zubehör mitnehmen zu müssen.

Außerdem besitzt der Ninebot eine elektrische Bremse mit Energierückgewinnung; dies ist bei den E-Scootern aber nicht zwingend eine Besonderheit und bei vielen Modellen vorhanden, die ich mir angeschaut habe.

Überlegungen

Die nächste Überlesung betrifft die Geschwindigkeit und damit die mögliche Zeitersparnis

Geschwindigkeit und typische Entfernungen

Der E-Scooter darf ja maximal 20 km/h fahren; laut Tacho sind es in der Realität wohl 19 km/h. Nachgemessen mit GPS habe ich es (noch) nicht und auch die Möglichkeit, via Firmware-Update o.ä. diesen Wert zu ändern, habe ich (noch?) nicht abschließend klären können. Da man ja ab und an auch noch abbiegen und den restlichen Verkehr beachten muss, gehe ich davon aus, dass man unter Realbedingungen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15 km/h realisieren kann. Das würde bedeuten, man bräuchte für jeden Kilometer ca. 4 Minuten. Ob das in der Realität wirklich so ist, wird sich zeigen.

Mein Arbeitsweg besteht aus den folgenden Abschnitten:

Inkl. Ein- und Aussteigen wird der Arbeitsweg damit wohl ca. 40 bis 45 Minuten betragen.

Mit dem Auto im Berufsverkehr brauche ich morgens ca. 75 Minuten, abends ca. 25 Minuten. Insgesamt würde ich so bei „normaler“ Verkehrslage gegenüber dem Auto ca. 10 Minuten sparen.

Kosten

Rechnen wir die Kosten von PKW und E-Scooter gegeneinander auf, so gewinnt der Scooter natürlich. Der Arbeitsweg mit dem Auto beträgt (je nach gefahrenem Weg – ab und an muss ja auch ein Stau umfahren werden) ca. 18 km. Ich rechne in diesem Beispiel die reinen Betriebskosten (Instandhaltung, Kraftstoff, Strom), da beide Fahrzeuge ja nun eh vorhanden sind. Beim PKW/Kleinwagen sind 12 Cent pro Kilometer realistisch, bei 36 km (Hin- und Rückweg) ergäben sich hier 4,50 Euro effektive Fahrkosten pro Arbeitstag. Beim Scooter reicht eine Akkuladung angeblich ca. 65 km. Da das natürlich von der Fahrweise abhängt und auch Lithium-Batterien mit der Zeit verschleißen, rechne ich hier eher mit 50 km. Bei 6 km Arbeitsweg (Hin- und Rückfahrt) könnte man mit einer Batterieladung also ca. 8-mal fahren. Der Akku hat laut Datenblatt eine Kapazität von 551 Wh. Auch hier muss realistisch ein Aufschlag für Ladeelektronik etc. gerechnet werden, sodass man wahrscheinlich mit einem Strombedarf von ca. 1 kWh folglich 8-mal zur Arbeit fahren kann. Der reine Arbeitspreis (man legt sich ja zu Hause auch keinen extra Anschluss für den E-Scooter) für 1 kWh Strom beträgt etwa 28 Cent, sodass jede Fahrt zur Arbeit (also Hin- und Rückfahrt) theoretisch 3,5 Cent an Stromkosten verursacht. Gegenüber 4,50 Euro für den PKW verschwindend wenig.

Natürlich müssen hier auch andere Faktoren berücksichtigt werden, z.B. das Abo für den ÖPNV, falls nicht vorhanden; dies sollte 4 Euro pro (Arbeits-)Tag nicht überschreiten. Eine der günstigeren Möglichkeiten wäre das Semesterticket als Student: die Kosten pro Semester betragen ca. 300 Euro, die Fahrradmitnahme (also folglich auch die Mitnahme vom E-Scooter) ist inklusive. Realistisch fährt man im halben Jahr ca. 100-mal zur Arbeit, wenn man sich also nur dafür immatrikulieren würde, so kämen hier noch einmal 3  Euro pro Arbeitsweg (hin und zurück) dazu. Dies wäre immernoch günstiger, als mit PKW, das Verhältnis ist jedoch nicht mehr ganz so extrem. Mit einer „regulären“ Monatskarte dagegen ginge diese Rechnung schon nicht mehr auf: diese verursacht mit einem Preis von 110 Euro bei 20 Arbeitstagen pro Monat schon Kosten von 5,50 Euro pro Arbeitstag; da wäre das Auto schon günstiger (falls ohnehin vorhanden).

Erfahrungsbericht

Ich habe den E-Scooter vormittags bei einer Elektromarkt-Kette online bestellt und konnte ihn Abends in einer Filliale abholen; daher kann ich keine Erfahrungen zum Versand machen. Der Karton war schon ordentlich schwer, was die Freude in der S-Bahn wohl ein wenig trüben könnte – die Kehrseite des großen Akkus und des vermeintlich stabilen Rahmens. Der E-Scooter war quasi fertig zusammen geschraubt, lediglich die Lenkeinheit musste mit sechs Schrauben noch befestigt werden; passendes Werkzeug lag bei. Außerdem war im Karton ein Adapter für die Ventile in den Reifen; da diese jedoch schon voll aufgepumpt waren, habe ich diesen noch nicht ausprobiert. Der Scooter hat außerdem zwei Anschlüsse zum Aufladen: einen mit einem kleinen Hohlstecker (Ladegerät ist wohl als separates Zubehör erhältlich) und einen für ein Standard-Kaltegerätekabel mit Kleeblatt-Stecker, wie man ihn z.B. von Notebook-Ladegeräten kennt. Das Kleeblatt-Kabel lag auch bei, mit 3x0,75 mm2-Leitungen und und 1,8 m Länge jedoch nur bedingt brauchbar: in der Garage werde ich entweder ein Verlängerungskabel oder ein längeres Kleeblatt-Kabel zum Laden benötigen. Beide Anschlüsse liegen im Übrigen hinter einer Klappe, um sie vor Schmutz und Wasser zu schützen.

Nervig war dann jedoch die App: Vor der ersten Benutzung muss der E-Scooter mittels App und Bluetooth entsperrt und registriert werden; In der App lassen sich noch weitere Einstellungen tätigen, z.B. eine Maximalgeschwindigkeit für den begrenzten Modus, das komplette Abschalten des Motors (Diebstahlschutz? geschoben und getragen werden kann der Scooter dennoch). Weiterhin besitzt der G30D einen abschaltbaren Tempomaten: ist er aktiviert und fährt man ein paar Sekunden in konstanter Geschwindigkeit, so übernimmt der Tempomat bis zum Bremsen. Drei Fahrmodi stehen ebenfalls zur Verfügung: Eco (begrenzter Modus), Normal und Sport; beim Sport-Modus ist die Beschleunigung etwas stärker, als bei Normal. Umgeschaltet werden kann mittels Knopf am Tacho (Doppelklick). Außerdem gibt es eine Balkenanzeige zum Akkustand (fünf Balken), eine geschätze Restdistanz in Kilometern lässt sich in der App via Bluetooth abrufen.

Mit knapp 20 kg ist der Scooter schon relativ schwer; Treppen laufen macht hier wenig Spaß. Glücklicherweise besitzt meine S-Bahn-Station zu Hause wenigstens eine Rampe.

Ein bisschen vermisse ich jedoch einen Haken oder eine Öse, um den Scooter im Bedarfsfall mal an einem Fahrradständer anketten zu können. Beim zusammenklappen wird die Lenkstange am Hinterrad in einer Öse eingehakt – das Gegenstück an der Lenkstange dient außerdem der Klingel, sieht aber nur bedingt stabil aus; wir werden sehen, wie lange diese Konstruktion im Alltag hält.

Die ersten paar Runden zu Hause auf dem Parkplatz verliefen nahezu reibungslos, jedoch war die Lenkstange leicht schief, sodass der Scooter immer etwas nach links zog. Nach kurzer Inspektion stellte sich heraus, dass man die Spur mit einem Inbusschlüssel und 2 Schrauben korrigieren konnte, ansonsten wäre das Gerät wohl zurück gegangen. Dennoch hätte ich hier erwartet, dass das Gerät ab Werk vernünftig eingestellt ist.

Weitere Erfahrungsberichte folgen, wenn ich die ersten paar Fahrten hinter mich gebracht habe.

Nützliche Links

Ein paar nützliche Links im Zusammenhang mit dem E-Scooter